Schützenverein Dickenreishausen 1924 e.V.

Chronik

Zimmerstutzen-Schützenverein e.V. Dickenreishausen gegründet 1924

 

Der Zimmerstutzen Schützenverein Dickenreishausen wurde am 25.Oktober 1924 im Gasthaus Rössle gegründet. Vereinszweck ist das gemeinschaftliche Scheibenschießen und die Unterhaltung. Mitglied konnte jeder solide Mann, der das 18. Lebensjahr vollendet hatte werden.

Zum ersten Vorstand wurde Johannes Wassermann, zum zweiten Vorstand Georg Heinzmann, zum Schriftführer Peter Karrer und zum Kassier Jakob Mann gewählt. Mit Zuschuss der Bürger & Engelbräu wurde 1926 eine Theaterbühne die vom Dorfmaler Georg Storz gemalt wurde angeschafft. Im Verein wurde in den folgenden Jahren Stroh- und Paketschiessen sowie Entenschiessen durchgeführt. Der erste Schützenkönig wurde 1930 ausgeschossen, der dann auf Grund seines Amtes dem Vereinsausschuss angehörte.

Im Jahre 1932 wurde im Rahmen einer Weihnachtsfeier eine Christbaumverlosung durchgeführt. Anlässlich der Weihe der neu angeschafften Fahne wurde 1933 das 3. Gauschiessen des Schützengaues Memmingen durchgeführt. Im Jahre 1934 wurde eine Königskette angelegt, dazu spendeten die Mitglieder Silbertaler. In dieser Zeit wurde mit dem Zimmerstutzen auf 12 m geschossen. Ab 1937 beteiligte der Verein sich am Pokalschiessen.

Die Aufzeichnungen während des Krieges sind nicht auffindbar.

Als am 5. Dezember 1950 die erste Generalversammlung durchgeführt wurde ergaben die Wahlen folgendes Ergebnis:

Vorstand Johannes Rabus, 2. Vorstand Andreas Heinzmann, Schriftführer Martin Schulz, Kassier Jakob Mann, Beisitzer Thomas Mayer und Vereinsdiener Georg Zettler sen. Am 21. November 1954 wurde bei dem Brand des Vereinslokals das gesamte Inventar des Vereins, also Theaterbühne, Gewehre sowie Schiesseinrichtung ein Opfer der Flammen. Ein Glücksfall war, dass die Vereinsfahne nicht im Vereinslokal gelagert war.

Das Gauschiessen 1955 wurde in Dickenreishausen durchgeführt. Wegen dem schlechten Wetter musste der Umzug eine Woche verschoben werden. An dem gelungenen Festabend beteiligten sich auch der Gesangsverein und die Musikkapelle aus Herbishofen. Die Gebrüder Georg und Willi Haug beteiligten sich mit Gesangseinlagen. Als Ehrengäste waren neben Landrat Dr. Karl Lenz, Landtagsabgeordneter Jakob Fickler, Gauschützenmeister Max Eggart, Ehrenmitglied Matthäus Rabus, Pfarrer Wilhelm Müller sowie der Dorfschullehrer Zierl anwesend.

Das Gauschiessen war insgesamt ein voller Erfolg. In den folgenden Jahren wurden Bundesschiessen in Buchloe, Kempten und in Giengen/Brenz sowie alle Gauschiessen besucht. Eine Teilnahme am Oktoberfestzug in München war einer der Höhepunkte.

Die Schiessanlage musste in dieser Zeit jeden Samstagabend in der Gaststube auf und anschließend wieder abgebaut werden.

1953 gab es einen Wechsel im Vorstand, Johannes Rabus trat als erster Vorstand zurück und wurde zum Ehrenschützenmeister ernannt. Zu seinem Nachfolger als erster Schützenmeister wurde Andreas Heinzmann und zu seinem Stellvertreter Martin Mann gewählt.

Als 1970 unser Wirt Martin Wiblishauser dem Verein einen eigenen Raum als Schützenheim zur Verfügung stellte, konnte in viel Eigenarbeit die Schiessanlage eingebaut werden.

Das 50-jährige Vereinsjubiläum wurde mit einem Jubiläumsschiessen im Rösslesaal begangen an dem sich 479 Schützen beteiligten.

Einen ungewöhnlichen Festpreis konnte Herbert Karrer in Gestalt eines lebenden Esel mit Karren beim Gauschiessen 1975 in Memmingerberg mühsam nach Hause lenken.

Bei der Standartenweihe des Gaues Ottobeuren in der Basilika war unser Verein mit Fahnenabordnung und Fahnenjungfrauen dabei.

1981 verstarb der zweite Schützenmeister Martin Mann, er hinterließ eine große Lücke in der Vereinsführung.

Der erste Schützenmeister Andreas Heinzmann und der Kassier Thomas Mayer legten am 14. Oktober 1983 ihre Ämter nieder und wurden von der Versammlung zu Ehrenschützenmeister und Ehrenkassier ernannt. Die Versammlung hat an diesem Tag auch den Eintrag des Vereins in das Vereinsregister beschlossen.

Zum ersten Schützenmeister wurde Jakob Mann und zu seinem Stellvertreter Georg Zettler gewählt. Johannes Karrer wurde zum Kassier und Manfred Einsiedler zum Schriftführer gewählt. Die erste Aufgabe des neuen Vorstandes war die Durchführung des Jubiläumsschiessen zum 60. Gründungsjubiläum. Bei den jährlich durchgeführten Pokalschiessen der Südpokalgemeinschaft konnte unser Verein sich bereits drei mal den Titel des Pokalsiegers sichern. Auch bei den Gauschiessen und Rundenwettkämpfen beteiligten sich die Vereinsmitglieder erfolgreich. Das Vereinsleben wurde mit Ausflügen und Grillfesten auch im gesellschaftlichen Rahmen gepflegt.

Bei der Generalversammlung 1990 übergab die Fahnenabordnung Konrad Rauh, Hans Füssinger und Johann Mann die Fahne in jüngere Hände. Die drei Schützenkameraden konnten den Dank und die Anerkennung des Vereins für ihre 40 Jahre Tätigkeit in der Fahnenabordnung in Form einer Ehrung entgegennehmen.

Dem besonderen Engagement des Schützenmeisters Jakob Mann ist es zu verdanken, daß sich die Vereinsmitglieder seit dem Gauschießen 1991 in Zell mit einer Schützentracht präsentieren können. Auch die Förderung der Jugend war sein besonderes Anliegen.

Bei der Jahreshauptversammlung 1994 stellte er sich nicht mehr zur Wahl und wurde von der Versammlung zum Ehrenschützenmeister ernannt.

Thomas Mann wurde zum ersten Schützenmeister gewählt und übernahm die Organisation des Jubiläumsschießen zum 70. Vereinsjubiläum.

Er trat nach einem Jahr aus beruflichen Gründen bei der Generalversammlung 1995 zurück. Die Versammlung wählte Ernst Scholl zum ersten Schützenmeister und Werner Notz zu seinem Stellvertreter.

Zum 75-jährigen Gründungsjubiläum wurde das 54. Gauschiessen in der Stadionhalle in Memmingen durchgeführt. Der Festtag zum Vereinsjubiläum sowie die Eröffnung des Gauschiessen wurde am Sonntag den 27. Juni 1999 mit einem Kirchenzug von 32 Fahnenabordnungen vom Vereinslokal Gasthaus Rössle zur Kirche und zurück mit anschließendem Festakt begangen. Bei diesem Festakt wurde Ehrenkassier Thomas Mayer für seine 70 Jahre Mitgliedschaft im Verein mit der Ehrennadel des BSSB geehrt. Das Protektoratzeichen in Gold wurde Georg Abrell und Johann Mann für besondere Verdienste verliehen. Die Preisverteilung des Gauschiessen fand in der Stadionhalle statt.

Erstmals wurde 1999 eine Stadtmeisterschaft aller Schützenvereine in der Stadt durchgeführt. Dabei errang die Mannschaft Luftgewehr mit den Schützen Werner Notz, Manfred Einsiedler, Thomas Biechteler und Rudi Brader den Titel des Stadtmeister 1999. Die Mannschaft Luftpistole mit Thomas Biechteler, Harald Küchle und Ernst Scholl belegte den 4. Platz.

Der Verein besitzt eine von dem Chronisten Georg Abrell vorbildhaft geführte Fotodokumentation von 1933 bis zum heutigen Tag.